Mahnende Worte des wfv zur aktuellen Corona-Situation

WFV erneuert seinen eindringlichen Appell - Verband wendet sich an die Vertreter der Vereine

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Fußballfreunde,

bereits am vergangenen Freitag haben wir mit Blick auf die besorgniserregend ansteigenden Infektionszahlen in unserem Verbandsgebiet einen Appell an Sie gerichtet. Wir haben – zum wiederholten Male – darauf hingewiesen, wie wichtig Hygienekonzepte sind und dass die darin enthaltenen Regelungen unbedingt eingehalten werden müssen.

Zwischenzeitlich hat sich die Situation leider weiter verschärft. Nachdem bereits am 7.10.2020 der Landkreis Esslingen zum Risikogebiet erklärt wurde, gilt dies nun auch für weitere Landkreise sowie die Landeshauptstadt Stuttgart. Und es steht zu befürchten, dass sich diese Entwicklung fortsetzt.

Aus zahlreichen wissenschaftlichen Studien wissen wir, dass die Infektionsgefahr während des Spiels auf dem Platz verschwindend gering ist. Zwar gibt es im Spielverlauf zweifellos immer wieder intensive, enge Kontakte zwischen Spielern, die Zeiträume sind dabei aber glücklicherweise so kurz, dass kaum ein nennenswertes Ansteckungsrisiko besteht.

Eine große Gefahr besteht aber überall dort, wo Spieler, Trainer, Betreuer und Vereinsverantwortliche sich über einen längeren Zeitraum hinweg gemeinsam eng beieinander aufhalten, insbesondere in geschlossenen Räumen. Ich habe deshalb erneut die eindringliche Bitte, dass Sie alles in Ihrer Macht stehende unternehmen, um diese Situationen zu vermeiden. Das gilt vor allem für das Umziehen, das anschließende Duschen, aber auch für das gesellige Zusammensein nach Spielende. Immer wieder müssen wir auch beobachten, dass auf den Ersatzbänken der Abstand nicht eingehalten wird. Bitte nehmen Sie hier Ihre Spieler, Trainer und Betreuer in die Verantwortung! Wenn sich der Abstand trotz aller Bemühungen nicht wahren lässt, muss ein Mund-Nase-Schutz (Maske) getragen werden.

Im Moment sind wir in der glücklichen Situation, dass Amateurfußball weiterhin vor Zuschauern gespielt werden kann und die bestehenden zahlenmäßigen Beschränkungen überwiegend kein Problem darstellen. Aber auch hier gilt: Das Abstandsgebot von mind. 1,5 m muss gewahrt werden. Wenn Menschen über 90 Minuten und länger eng beieinanderstehen, erhöht sich das Infektionsrisiko gravierend. Gerade deshalb ist es so wichtig, Zuschauer darauf immer wieder über die vereinseigenen Ordner hinzuweisen, auch wenn das nicht angenehm ist. Und wenn sich ein Zuschauer beharrlich weigert, muss er des Sportgeländes verwiesen werden.

Natürlich wissen wir, wie wichtig der Fußball auch als Gemeinschaftserlebnis ist. In der aktuellen Situation müssen wir aber alle unseren Beitrag leisten und auf viele Dinge verzichten, nicht nur im Sport. Wenn es uns dadurch gelingt, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und die Saison nicht erneut abbrechen zu müssen, sollte es uns das wert sein. Nachlässigkeiten werden Konsequenzen haben, für die Gesundheit aller Sporttreibenden, für die Vereine und für uns als Verband. Um diese zu verhindern, werden wir ein verstärktes Augenmerk auf Versäumnisse haben und erforderlichenfalls mit Sanktionen reagieren. Bitte helfen Sie mit, dass es nicht soweit kommt!

Mit freundlichen Grüßen

Frank Thumm
Hauptgeschäftsführer

Bericht aus der Hohenloher Zeitung vom 16.10.2020:

Mahnende Worte

In den vergangenen Tagen sah sich der Württembergische Fußball-Verband (WFV) auch aufgrund der steigenden Fallzahlen von Covid-19 zu mahnenden Worten genötigt. Es gab zuallererst aber auch eine positive Nachricht. So äußerte sich Prof. Dr. Tim Meyer, Vorsitzender der Medizinischen Kommission des DFB und der Uefa, im Interview mit „Fussball.de“ über die Ansteckungsgefahr auf dem Fußballplatz. Seiner Aussage nach ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich aktive Spieler auf dem Fußballplatz mit dem Covid-19-Virus anstecken. Aber: Umso wichtiger ist das Verhalten abseits des Spielgeschehens. Dort gilt diszipliniertes Verhalten bei Zuschauern, Spielern und Verantwortlichen. „Wir schützen damit nicht nur uns selbst und andere Vereinsmitglieder, sondern entgehen im Verdachtsfall zumeist auch einer durch die Gesundheitsbehörden angeordneten Quarantäne“, heißt es in einer Mitteilung des WFV. Der Verband weißt dabei auf fünf „No-Gos im Kampf gegen Corona-Fälle im Verein“ hin. Jedem Szenario liegt ein realer Fall zugrunde, der über die Corona-Hotline dem WFV gemeldet wurde. Und all diese Fälle hatten eine Quarantäne für die beteiligten Personen zur Folge.

– Nichteinhaltung des Mindestabstands auf der Auswechselbank.

– Zu langer Aufenthalt in der Kabine/Dusche ohne Abstand und Maske („Das Bier danach“).

– Fahrgemeinschaften zum Training/Spiel mit mehreren Spielern/Spielerinnen.

– Längere Teambesprechung in geschlossenen Räumen.

– Begrüßung mit Körperkontakt (Handshake, Umarmungen …)

Noch stehen rund acht bis zehn Wochen bis zur Winterpause bevor. „Lassen Sie uns noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um die Hinrunde so sicher und gut wie möglich über die Bühne zu bringen“, heißt es in der Mitteilung. Und zwar verbunden mit dem Appell an die Spieler und Zuschauer, sich an die aufgestellten Spielregeln zu halten. Denn gerade in Zeiten steigender Fallzahlen ist die Einhaltung der Abstandsregel an der Bande wichtig. Nicht überall wird allerdings darauf geachtet. Doch wenn Menschen 90 Minuten und länger eng nebeneinander stehen, erhöht sich das Infektionsrisiko.

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