Fußball – Stimmen zur Spielbetriebs-Absage

Bericht aus der Hohenloher Zeitung vom 13.03.2020:

Großes Verständnis für Spielbetriebs-Absage

FUSSBALL Voraussichtlich wird bis 31. März in Württemberg kein Fußball gespielt – Einheitliche Linie wird befürwortet

In den vergangenen Tagen gab es immer wieder Mitteilungen vom Württembergischen Fußballverband zur Corona-Thematik. Meist mit Hinweisen auf die hygienischen Maßnahmen. Gestern Nachmittag kam dann die Mitteilung, dass der Spielbetrieb in Württemberg ausgesetzt ist. Voraussichtlich bis 31. März wird unterhalb der Oberliga kein Fußball gespielt. Die Verantwortlichen werden die Entwicklung in den nächsten Wochen beobachten und abwarten wann und wie die Wiederaufnahme des Spielbetriebs möglich ist.

Hartmut Megerle: „Ich persönlich halte die Entscheidung für richtig. Ein geordneter Spielbetrieb wäre so nicht möglich gewesen. Außerdem ist das Corona-Virus auch nicht mehr aufzuhalten.“, sagt der Hohenloher Bezirksspielleiter Hartmut Megerle. Und so gibt es eine Ansteckungsgefahr weniger. Es gab bereits einige Unsicherheit weil der eine oder andere Spieler mit einem möglicherweise Infizierten Kontakt hatte. „Die Gesundheit geht einfach vor. Da ist Fußball eine Nebensache“, sagt Megerle. Das Problem: Die drei Spieltage, die nun ausfallen, könnten nachgeholt werden. „Das ist jetzt ein überschaubarer Zeitrahmen, aber ob es im April weiter geht, weiß kein Mensch“, sagt Megerle. Und dann würde es langsam ein Problem geben in Sachen Terminplan. „Dann muss man sich einfach Gedanken machen, wie man weiter verfährt“, sagt Megerle. „Im Moment bringt es nichts, weiter nach vorne zu blicken. Wir lassen es jetzt einfach auf uns zukommen.“ Positiv fand er das Verhalten des Verbandes. Denn jetzt gibt es eine klare Linie für alle.

Martin Kleinschrodt: „Ich glaube, auf der Welt gibt es andere Themen als den Fußball“, sagt Martin Kleinschrodt, Trainer des Verbandsligisten FSV Hollenbach. Er wurde durch die Absage zu diesem Zeitpunkt überrascht. Am morgen hatte er noch voller Vorfreude über das anstehende Spitzenspiel gegen die TSG Backnang geredet. „Es war zu erwarten, dass es so kommen wird. Man muss präventiv handeln. Da gibt es auch eine gewisse Fürsorgepflicht“, sagt Kleinschrodt. Auch bei ihm auf der Arbeit wurden bereits erste Maßnahmen eingeleitet. Somit ist er durchaus mit gewissen Vorgehensweisen vertraut.

Martin Wöhrle: Ähnlich sieht es auch Martin Wöhrle, Trainer des Landesligisten TSV Pfedelbach. „Man muss ja sehen, dass Amateurfußball in erster Linie Spaß ist.Wenn man sieht, was das noch für einen wirtschaftlichen Schaden nach sich ziehen kann, ist das jetzt eher nebensächlich. Ich habe da absolutes Verständnis dafür.“ Sicher sei die Absage schade, aber am Ende wohl unvermeidlich. „Es ist aktuell bestimmt der richtige Ansatz“, sagt Wöhrle. „Man sieht ja, wie schnell es sich entwickelt. Das ist schon eine ungewisse Situation, deshalb ist es aktuell so am besten.“ Als Beispiel dienen da die Sportfreunde Schwäbisch Hall. Sie sagten schon vorher ihre nächsten beiden Spiele ab. Weil ein positiv getesteter A-Jugendlicher beim Landesliga-Team mittrainiert hatte. Die Haller waren der letzte Gegner der Pfedelbacher. Auswirkungen hätte es auf den TSV nicht gehabt.

Wolfgang Guja: Der TSG Öhringen kommt die Absage nicht ungelegen. „So haben wir Zeit, nochmal eine Vorbereitung zu machen. Es wird sich bei uns etwas ändern“, sagte Trainer Wolfgang Guja. Das heißt, dass Martin Weiß jetzt schon das Traineramt übernimmt und nicht erst wie geplant nach dieser Saison. Guja fungiert dann als Sportlicher Leiter. Dies dient dem Vorgriff auf die neue Saison, damit sich Martin Weiß und die Spieler frühzeitig kennen lernen und Guja kann sich in seiner neuen Funktion sich voll um die Planungen kümmern kann. Aber auch dies wird in der momentanen Situation erschwert. Trotzdem sagt er zur Absage weiter: „Ich denke, es ist der richtige Weg. Auch dass es eine einheitliche Regelung gibt. Auch wenn es natürlich schwer ist. In Italien ist es eine andere Geschichte. Bei uns sind die Fallzahlen noch nicht so hoch, aber es hat gute Gründe, warum so reagiert wird.“

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