Bericht FuPa vom 03.11.2026:

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Vivien Kraft nach Dreierpack: „Jetzt haben wir Blut geleckt“

Vivien Kraft ist die FuPa-Spielerin der Woche in Württemberg: Die 32-Jährige schießt den TSV Pfedelbach zum 3:0 und spricht über den überraschenden Höhenflug.

Drei Tore, ein 3:0-Heimsieg gegen den SV Heilbronn am Leinbach und eine besondere Auszeichnung: Vivien Kraft vom TSV Pfedelbach ist die FuPa-Spielerin der Woche in Württemberg. Die 32-jährige Angreiferin erzielte die drei Treffer ihrer Mannschaft und steht mit ihrem Team auf dem dritten Tabellenplatz der Frauen-Regionenliga, Staffel 1. Damit hat Pfedelbach sein ursprüngliches Saisonziel bereits übertroffen. Vivien Kraft erklärt, warum der Verein für sie weit mehr als eine sportliche Heimat ist, welche Verbindung ihre Mannschaft zu zwei Bundesligaspielerinnen hat und welche ungewöhnlichen sportlichen Herausforderungen sie künftig reizen.

Eine besondere Auszeichnung

Nach ihrem Dreierpack gegen Heilbronn durfte sich die 32-Jährige über eine besondere persönliche Anerkennung freuen. Entsprechend groß fiel die Freude aus, als sie von ihrer Wahl erfuhr. „Vielen Dank! Tatsächlich war mir bis heute gar nicht bewusst, dass es diesen Titel gibt. Daher bin ich natürlich positiv überrascht und freue mich darüber!“

Pfedelbach findet in der Offensive die richtigen Lösungen

Der 3:0-Erfolg gegen den SV Heilbronn am Leinbach war für Vivien Kraft nicht allein wegen ihrer drei Treffer bemerkenswert. Besonders die Art und Weise, wie sich ihre Mannschaft im Angriff präsentierte, hinterließ bei ihr einen positiven Eindruck. Dabei sieht sie eine Entwicklung gegenüber den bisherigen Auftritten, die für den weiteren Saisonverlauf von Bedeutung sein könnte. „In diesem Spiel haben wir es endlich geschafft, offensiv präsenter zu sein. Wir konnten besser als sonst unsere Flügelspieler einbinden und durch gute Kombinationen und Steckpässe Torchancen generieren. Wir haben mutig und entschlossen gespielt, das hat mir gut gefallen.“

Beim Toreschießen steht die Mannschaft im Mittelpunkt

Wer in einer Begegnung sämtliche Treffer seiner Mannschaft erzielt, könnte vor allem die eigenen Abschlussqualitäten hervorheben. Vivien Kraft betrachtet das Toreschießen jedoch aus einer anderen Perspektive. Für sie ist entscheidend, dass die gesamte Mannschaft am Zustandekommen eines Treffers beteiligt ist. Auf die Frage nach ihrer bevorzugten Art des Torerfolgs antwortet sie: „Am liebsten aus dem Spiel heraus als Gemeinschaftsleistung.“

Die Menschen machen den TSV Pfedelbach besonders

Die Verbindung zwischen Vivien Kraft und dem TSV Pfedelbach reicht weit über das sportliche Geschehen hinaus. Ihre Begeisterung für den Verein ist eng mit den Menschen verbunden, die sich Woche für Woche engagieren. Dabei richtet sie ihren Blick ausdrücklich nicht nur auf die eigene Mannschaft, sondern auf das gesamte Vereinsleben. Auch das gesellige Miteinander kommt aus ihrer Sicht nicht zu kurz.
„Die Menschen. In unserem Damenteam fühlt sich alles sehr familiär an. Da gehören so viele tolle Menschen dazu, die sich ehrenamtlich jede Woche auf den Platz stellen und uns unterstützen – als Spieler, Trainer, Betreuer, Helfer, Sponsoren und Fans. Diese Gemeinschaft hat einfach eine gute Energie. Aber nicht nur die Mitglieder unserer Damenmannschaft, sondern auch die der anderen Fußballteams und Sparten machen den Verein zu dem, was er ist. Man pusht sich gegenseitig und feiert die Erfolge. Die Feste und Veranstaltungen rund um den Verein sind aber natürlich auch nicht schlecht.“

Eine besondere Verbindung zu Freiburg und Frankfurt

Auch wenn Vivien Kraft den Profifußball derzeit nicht besonders intensiv verfolgt, gibt es zwei Spielerinnen, denen innerhalb der Pfedelbacher Frauenmannschaft große Aufmerksamkeit gilt. Dahinter steckt eine persönliche Verbindung, die bereits seit mehreren Jahren besteht. Sogar gemeinsame Trainingseinheiten beziehungsweise Besuche auf dem Trainingsplatz hat es schon gegeben.
„Ich selbst schaue aktuell gar nicht so viel Fußball. Unsere gesamte Damenmannschaft allerdings supportet die Acikgöz-Zwillinge, Ilayda Acikgöz (SC Freiburg) und Dilara Acikgöz (Eintracht Frankfurt), denn ihre Schwester Melisa Acikgöz (leider aktuell verletzt) spielt schon einige Jahre bei uns und ist aktuell unsere Kapitänin beim TSV Pfedelbach. Ilayda und Dilara haben uns auch schon ein paar Mal im Training besucht.“

Von der Sechserposition in die Sturmspitze

Vivien Krafts sportliche Rolle hat sich im Laufe der Jahre verändert. Während sie früher vor allem im zentralen Mittelfeld eingesetzt wurde, fühlt sie sich inzwischen weiter vorne besonders wohl. Ihre frühere Position hat für sie allerdings nichts von ihrem Reiz verloren. „Mittlerweile spiele ich am liebsten in der Spitze. Zuvor war ich allerdings jahrelang auf der Sechs. Das mache ich auch immer noch gerne.“

Der dritte Tabellenplatz weckt neue Ambitionen

Mit dem bisherigen Saisonverlauf kann der TSV Pfedelbach zufrieden sein. Der dritte Rang in der Frauen-Regionenliga, Staffel 1, ist mehr, als sich die Mannschaft ursprünglich vorgenommen hatte. Dennoch möchte Vivien Kraft die aktuelle Platzierung nicht überbewerten. Gleichzeitig ist spürbar, dass die bisherigen Ergebnisse den Ehrgeiz innerhalb des Teams weiter verstärkt haben.

„Ja, damit haben wir unser gesetztes Saisonziel eigentlich schon übertroffen. Natürlich ist jedem klar, dass das nur eine Momentaufnahme ist, deswegen heißt es dranbleiben – aber ich glaube, jetzt haben wir schon Blut geleckt und wollen diesen Positivtrend definitiv fortsetzen. Das Ziel ist es, weiterhin von Spiel zu Spiel unsere 100 Prozent abzurufen – und dann schauen wir mal, was kommt.“

Auch in der Rückrunde soll der Zusammenhalt tragen

Für die weitere sportliche Entwicklung hat Vivien Kraft sowohl gemeinsame als auch persönliche Vorstellungen. Dabei geht es ihr nicht ausschließlich um Tabellenplätze oder Ergebnisse. Vielmehr möchte sie das, was die Pfedelbacher Mannschaft derzeit auszeichnet, auch in den kommenden Monaten bewahren.

„Mit dem Team: Weiterhin so eine Einheit bleiben und unsere Leistung auch in der Rückrunde abrufen – gerne mit einer Platzierung im oberen Drittel.“

Halbmarathon, Hyrox oder Kampfsport als neue Herausforderung

Auch langfristig möchte Vivien Kraft sportlich aktiv bleiben. Neben dem Frauenfußball gehört für sie bereits die Ü32-Mannschaft des TSV Pfedelbach dazu. Gleichzeitig kann sich die 32-Jährige vorstellen, über ihre bisherigen sportlichen Aktivitäten hinaus neue Erfahrungen zu sammeln. Die Auswahl möglicher Herausforderungen ist dabei ausgesprochen vielseitig.

„Für mich persönlich: Mittel- und langfristig möchte ich weiterhin bei den Damen sowie bei der Ü32 des TSV Pfedelbach spielen, dort meinen Beitrag leisten und einfach eine gute Zeit haben. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, langfristig noch andere sportliche Ziele anzugehen, zum Beispiel einen Halbmarathon oder einen Hyrox mitzumachen. Ich hätte aber Lust, eine neue Sportart auszuprobieren, zum Beispiel Kampfsport. Da bin ich offen für vieles. Sport ist für mich ein unabdingbarer Teil meines Lebens und das wird sich auch nicht ändern.“

Zwischen Fitnessstudio, Skipiste und Musicalbühne

Abseits des Fußballplatzes ist Vivien Kraft ebenfalls vielseitig unterwegs. Neben weiteren sportlichen Aktivitäten hat sie eine kreative Leidenschaft, die einen ganz anderen Ausgleich zum Mannschaftssport bietet. Auf die Frage nach ihren Hobbys nennt sie: „Fitnessstudio, Skifahren, Singen und Schauspielern im Musicalverein Musicalforum Hohenlohe.“

Als Lehrerin für Deutsch und Sport tätig

Ihre Begeisterung für Bewegung spielt auch im Berufsleben eine wichtige Rolle. Vivien Kraft arbeitet im schulischen Bereich und verbindet dabei sportliche mit sprachlichen Unterrichtsinhalten. „Ich bin Lehrerin (Referendarin) an der Schule Neuenstein und unterrichte dort die Sekundarstufe I in den Fächern Deutsch und Sport.“